Coda L-core 4

Die Coda L-core 4 kombiniert einen 6“-Speaker mit einem 1“-Horn und gehört damit zu den kleinsten Topteilen im Testfeld. Es handelt sich dabei um eine passive Box, der Verstärker befindet sich im Subwoofer. Die Box ist nicht nur von der Größe, sondern auch vom Design eher unauffällig und kann somit problemlos im Konferenz-Bereich eingesetzt werden.
DAP Soundmate 2

Die DAP Soundmate 2 ist das günstigste System im Test, muss sich aber keinesfalls vor den Mitbewerbern „verstecken“. Der Klang liegt im Mittelfeld, die Verarbeitung des Holzgehäuses ist recht ordentlich, das Design unauffällig. Das Topteil ist passiv und mit einer 10“/1“-Kombination bestückt, der Verstärker ist im Subwoofer.
DB Opera Live 402

Die DB Opera Live 402 ist eine sehr auffällige Box im Kunststoffgehäuse. Im Konferenzbereich möchte man so etwas eher nicht sehen, aber auf Partys macht das sicher ordentlich etwas her. Die Box selbst ist aktiv, man kann sie also auch ohne zusätzlichen Verstärker alleine und Fullrange nutzen. Dank eines 15“-Speakers sollte sie auch ohne Subwoofer-Unterstützung einigermaßen weit nach unten gehen. Der Subwoofer enthält dann noch eine Frequenzweiche für den problemlosen Bi-Amping-Betrieb und macht um die 60 Hz rum richtig Alarm. Alles in allem ein System vor allem für den Disco- und Party-Betrieb, weniger für „gediegene“ Einsätze.
FBT Maxx2a

Auch die FBT Maxx 2a ist ein aktives Topteil und somit auch für den Fullrange-Betrieb prädestiniert. Mit einem 10“-Speaker kommt das System naturgemäß nicht ganz so weit runter, aber da könnte man dann ja mit dem Subwoofer ergänzen, der dann auch eine Frequenzweiche enthält. Die FBT Maxx 2a kommt auch im Kunststoffgehäuse daher, ist aber optisch nicht so auffällig wie die Kollegen von dB oder Mackie. Eine Besonderheit ist die 3-Band-Klangreglung, in Kombination mit dem empfindlichen Eingang kann man da auch direkt mal ein Mikrofon anstöpseln.
IMG Proton 15

Die Besonderheit des IMG Proton 15 ist die Möglichkeit, die beiden Topteile im Subwoofer unterzubringen dass kann schon mal den Unterschied zwischen „PKW oder Transporter“ ausmachen. Der Subwoofer rollt und hat dabei oben noch eine brauchbare Auflagefläche. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie man da bei kleinen Jobs das Mixer-Case und den CD-Player draufpackt und somit die ganze Anlage auf einen Rutsch in den Raum rollt zumindest solange keine Treppe zu überwinden ist, denn zwei Topteile und ein Subwoofer, beides solide verarbeitet, bringt nun mal einiges auf die Waage. Zur Not kann man aber immer noch die Topteile rausnehmen und einzeln tragen.
Das Topteil der Proton gehört zu den kleinen und unauffälligen Systemen mit einem einwandfrei verarbeiteten Holzgehäuse, von daher könnte man auch über Konferenzbeschallung nachdenken, wenn nicht der Lüfter im Dauerbetrieb arbeiten würde. Temperaturschalter könnte man zwar nachrüsten, aber das ist immer so eine Sache, solange die Geräte noch in der Gewährleistung sind. Kleines Detail am Rande: Es gibt hier auch Cynch-Eingänge.
Mackie SRM-450

Die Mackie SRM 450 geht in Richtung der dB Opera Live 402, ist aber überall eine Stufe „harmloser“: Optisch nicht ganz so auffällig (aber immer noch so, dass man eher nicht an Konferenzbeschallung denkt), „nur“ einen 12“- statt einen 15“-Speaker, der Subwoofer auch eine Betonung im 60Hz-Bereich, aber nicht ganz so stark.
RCF art 310-A

Die RCF art 310 A ist ein universelles Topteil mit 10“-Speaker, mit eingebautem Verstärker, somit auch ohne weiteren Verstärker Fullrange betreibbar. Am Rande: Das Anschlusspanel ähnelt stark der dB Opera 402, bei den Subwoofern gleichen sich die Panel sogar vollständig bis auf die Beschriftung.
Und wie soll ich mich nun entscheiden?
Bis hier her war der Bericht als Entscheidungshilfe nur sehr bedingt brauchbar: Die Systeme haben keine weltbewegenden Qualitätsunterschiede, ein deutlich teureres System ist (ja nicht ganz unerwartet) auch wahrnehmbar besser, ansonsten lassen sich so richtige „Sieger“ weder durch den Blindtest noch durch die Messwerte begründen.
Deutlicher kann man nur werden, wenn es einen bestimmten Einsatzzweck gibt. Für die Disco- und Party-Beschallung würde ich zur dB Opera 402 greifen, die Mackie SRM-450 geht in eine ähnliche Richtung. Akustisch helfen mir hier die großen Membranflächen und die Überhöhungen im 60Hz-Bereich. Der Mittenbereich ist bei Konserven-Mucke nicht ganz so wichtig und die Topteile dürfen wenn nicht gar sollen ruhig optisch auffällig sein.
Die exakt umgekehrte Situation haben wir dort, wo eine Box unauffällig sein soll, in der viel zitierten Konferenzbeschallung beispielsweise. Aber auch bei Hochzeiten, für den Liedermacher und bei etlichen anderen Anlässen möchte man nicht unbedingt mit dem Charme von Kunststoffboxen aufwarten, auch wenn diese durchaus ihre Vorteile haben.
Bei den Holzgehäusen haben wir nun drei Möglichkeiten: Zunächst das System von Coda, das zwar das teuerste System im Test ist, sich aber auch klanglich von den Mitbewerbern absetzt. Wer sich das leisten kann und keine Pegel-Exzesse beabsichtigt, ist damit hervorragend bedient.
Eine Nummer preiswerter findet man das img Proton 15. Der große Vorteil liegt hier beim Transportvolumen und auch beim Handling. Der größte Wermutstropfen: Der Lüfter läuft immer.
Auch das günstigste System im Testfeld kommt mit einem Holzgehäuse daher, die DAP Soundmate 2. Es ist wenig überraschend, dass das günstigste System im Test nicht mit den besten Ergebnissen aufwartet, sie liegen aber ziemlich unauffällig im Mittelfeld. Bei den Messwerten kann man jedoch feststellen, dass die Box etwas mehr klirrt, besonders dann, wenn man sie gegen den Limiter fährt. Auch können andere Systeme ein paar dB mehr.
Die FBT Maxx2a und die RCF art 310-A würde ich in die Schublade „Universal-System“ stecken. Zwar Kunststoff-Gehäuse, aber im gediegenen Umfeld durchaus noch vermittelbar sowie klanglich unauffällig. Die FBT Maxx2a punktet durch die eingebaute Klangregelung, dafür macht der Limiter im Hochtonbereich recht schnell dicht. Die RCF art 310-A macht dagegen doch ein paar dB mehr Pegel, nicht nur im Hochtonbereich.
Den ein oder anderen mag vielleicht noch interessieren, wie sich die Systeme im Live-Einsatz schlagen. In den meisten Fällen: Gar nicht. Bei allem, was Rockmusik und lauter ist, kommt ein solches System nicht gegen die Bühnenlautstärke an. Wenn ein System über der „Kotzgrenze“ betrieben wird, dann klingt es entsprechend bescheiden, egal, wie der Limiter eingestellt ist.
Nun gibt es ja nicht nur laute Live-Musik, sondern auch die Tanz-Kapelle, den Liedermacher, den Alleinunterhalter. Wir haben das im Vergleichstest nur ein Stück gehabt, das nicht professionell produziert war (Live-Mitschnitt von „Mustang Sally“), dort gingen die besten Wertungen mal wieder an Coda, gefolgt von FBT und KME. Eine statistisch gesicherte Aussage möchte ich das aber nicht nennen.
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